Gekämmte Baumwolle

Neben vielen positiven Eigenschaften hat Baumwolle auch einige, die unerwünscht sind, beispielsweise das Knittern. Durch eine Weiterverarbeitung der Baumwolle, dem sogenannten Veredeln, können dem Stoff neue Eigenschaften gegeben werden. Vor der Verarbeitung wird Baumwolle gekämmt. Dabei werden Fremdpartikel und kleine Fasern entfernt. Je öfter Baumwolle gekämmt wurde, desto höher ist die Qualität der Fäden, die anschließend aus ihr hergestellt werden können. Meist wird Baumwolle auch gebleicht, da sie dann anschließend besser gefärbt werden kann.

Baumwollfasern weisen von Natur aus verschiedene Längen auf. Da kurze Fasern eigentlich schwierig weiterverarbeitet werden können und im Vergleich zu den längeren Fasern ein weniger feines Textil ergeben, wird die Baumwolle in einem speziellen Kämmprozess in unterschiedliche Längen sortiert. Die dadurch herausgekämmte Baumwolle kann im Anschluss zu einem glatten Garn weiterverarbeitet werden. Gekämmte Baumwolle wird flächendeckend im gesamten Textilbereich eingesetzt, außer, wenn bestimmte optische und haptische Effekte gewünscht sind, wie in etwa in Jeans-Stoffen.

Das Kämmen ist ein weiterer wesentlicher, jedoch nicht notwendiger Schritt der Baumwollveredelung. Die Qualität der Baumwolle kann durch das Kämmen nochmals erheblich gesteigert werden. Je öfter die Baumwolle gekämmt wird, desto feiner und reiner wird das Garn, das später aus ihm gesponnen werden kann. Bei dem Prozess des Kämmens werden die längsten Fasern der Baumwolle nochmals von den Kurzen getrennt. Zusätzliche Verunreinigungen werden herausgelöst. Langstapelige und extremlangstapelige Baumwollen werden häufig mehrmals gekämmt. Die Baumwolle, die zur Qualitätssteigerung mehrmals gekämmt wurde, bezeichnet man als supergekämmte Baumwolle, das Garn, das aus der einmalig gekämmten Baumwolle hergestellt wird, als kardiertes Garn. Nachdem die Baumwolle veredelt wurde, kann sie versponnen werden.

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